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Hier werden die alten Bräuche erklären und wie sie sich entwickelt haben.

Früher

Herkunft des Festes

Die „Kerwa” geht auf den Weihetag der Ortskirche zurück. Da Stechendorf schon immer zur Pfarrei Hollfeld gehört, ist davon auszugehen, dass das Fest ursprünglich an der Hollfelder Kirchweih abgehalten wurde – also eine Woche später als heute. Der Weihetag der Pfarrkirche von Hollfeld ist der 10. September 1826. Vermutlich wurde unsere Kerwa vor allem aus wirtschaftlichen Gründen eine Woche vorverlegt und findet heute am 1. Wochenende im September statt.

Bedeutung

Alle Bräuche gehen zurück auf Zachäus.

Das Evangelium der Messe am Jahrestag der Kirchweih handelte vor der Liturgiereform von der Einkehr Jesu in das Haus des Zachäus (Lk19, 1-10).

Zur Erinnerung:

„Jesus zog durch Jericho und ihm folgte eine große Menschenmenge. Der Zolleinnehmer Zachäus wollte ihn unbedingt sehen. Deshalb stieg er auf einen Baum. Jesus entdeckte ihn und rief ihn herab. Er wollte sein Gast sein und ging mit in das Haus des Zachäus. Die Leute empörten sich darüber, dass Jesus beim Zolleinenhmer und Betrüger Zachäus isst. Jesus sagte aber: Der Menschensohn ist gekommen, Verlorene zu suchen und zu retten. Zachäus übergab sein Vermögen den Armen.”

Für Kenner unserer Kerwa ist es schon sehr schwierig zu glauben, dass unser „Rumspielen“ etwas mit diesem Auszug aus der Bibel zu tun haben könnte! Aber dieser Zachäus, der liturgiegemäß bei jeder Kirchweih auftauchte, wurde hier personifiziert als Strohmann.

Und das ursprüngliche Kerwa-Spiel ging ungefähr so

Das ganze Dorf traf sich am schönsten Baum des Dorfes. Dieser wurde geschmückt mit rot-weißen Tüchern. Die Tücher symbolisierten das Kleid des Zachäus, welches er sich der Legende nach am Baum zerrissen hat. Am Baum wurde getanzt und man zog in einem freudigen Treiben mit dem Strohmann (Zachäus) vom Baum zur Gaststätte. Die Gaststätte symbolisierte das Haus des Zachäus. Das heißt: Ursprünglich handelte es sich bei dem Ganzen um das Nachspielen einer Bibelszene, ähnlich dem Krippenspiel oder den Passionsspielen.

Allerdings ist dieser Brauch sehr viel älter als das Krippenspiel oder ähnliches und geht bereits auf das 16. Jahrhundert zurück. Deshalb wurde er auch – wie wir alle wissen – im Laufe der Jahre völlig verändert.